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Die historische Krippkirche St. Nikolaus

St.Nikolaus
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In der romantischen Füssener Altstadt gibt es jede Menge zu entdecken. Die engen verwinkelten Gassen sind umsäumt von alten gotischen Häusern und anderen interessanten Bauwerken, die von der langen Tradition Füssens zeugen. Auch zahlreiche historische Kirchen findet man in der Füssener Altstadt. Eine davon ist die Krippkirche St. Nikolaus, die wunderschön in die Häuserflucht der Reichenstraße integriert ist.

Direkt in der Füssener Fußgängerzone befindet sich die Krippkirche St. Nikolaus, die mit ihrer hübschen weißen Fassade gleich ins Auge springt. Sie entstand im Jahre 1611 als „Kapelle zu unserer Frauenkrippe“ für die Jesuiten. Als der Jesuiten-Orden im Jahre 1627 von Füssen nach Kaufbeuren verlegt wurde, übernahmen die Franziskaner die Kapelle. Anfang des 18. Jahrhunderts traf man den Beschluss, das Gotteshaus neu zu errichten und beauftragte dafür den namhaften Baumeister und Stuckateur des Barock Johann Jakob Herkomer. Dieser ist vor allem berühmt für die Errichtung des Klosters und der Kirche St. Mang in Füssen. Das alte Benedektinerkloster prägt heute gemeinsam mit dem Hohen Schloss maßgeblich das Stadtbild. Herkomer gelang es, aus der ursprünglich unregelmäßig angeordneten mittelalterlichen Klosteranlage St. Mang einen prächtigen, symmetrischen Barockkomplex zu erschaffen, der dem Wunsch des Bauherrn, des Abtes Gerhard Oberleitner, entsprach etwas Außerordentliches zu errichten. Die Benedektiner wollten mit einem imposanten Barockkloster ihre geistige und weltliche Macht demonstrieren und den Blick aller Kunstfreunde auf sich ziehen. Wie sehr Herkomer dies gelang, davon kann sich jeder selbst bei einer Besichtigung des Klosters St. Mang, das sich am Hochufer des Lechs erhebt, überzeugen. Vor allem die künstlerische Ausstattung und die Architektur des großen Kaisersaals sind höchst beeindruckend. Den Neubau der Krippkirche St. Nikolaus in Füssen konnte Herkomer allerdings nicht vollenden, da er am 27. Oktober 1717 starb. Seine Arbeit übernahm sein Schüler und Neffe Johann Georg Fischer, der lange Zeit unter Herkomer – hauptsächlich als Steinmetz - an der Gestaltung des Klosters St. Mang mitgewirkt hatte. Im Jahre 1719 entstanden die schönen, dezenten Stuckdekorationen der Krippkirche. Verantwortlich dafür waren Thomas Seitz und Johann Baader. Bei Thomas Seitz handelt es sich um einen bekannten Stuckateur und Barockbildhauer, der ebenfalls viele Jahre lang für das Kloster St. Mang arbeitete. In der Krippkirche St. Nikolaus gestaltete er außerdem das Missionskreuz und im Jahre 1720 auch die zwei Seitenaltäre. Den beeindruckenden Hochaltar aus Stuckmarmor erschuf Dominikus Zimmermann, der als wichtigster deutscher Baumeister des Rokoko angesehen wird. Als Zimmermanns Hauptwerk gilt die Wallfahrtskirche auf der Wies bei Steingaden. Die Wieskirche ist ein echtes Rokoko-Juwel und zählt seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Jedes Jahr strömen über eine Millionen Menschen in den Pfaffenwinkel, um sich dieses prächtig ausgestattete Gotteshaus anzusehen. Der Hochaltar in der Krippkirche St. Nikolaus zeugt von Zimmermanns außergewöhnlicher Kunst. Etwa zur selben Zeit wurde durch Josef Obermüller das Chorfresko angefertigt, das den heiligen Nikolaus, umgeben von Engeln, darstellt. Der Kirchenpatron Nikolaus von Myra ist einer der beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche. Er wurde von zahlreichen Berufsständen und Gruppen als Schutzpatron erwählt und seinen Feiertag, den 6. Dezember, umgeben viele Bräuche. Jede Menge Kinder freuen sich in Deutschland auf diesen Tag, da sie dann einen frisch polierten Stiefel vor die Tür stellen dürfen, der von dem Nikolaus mit allerlei Süßigkeiten, Früchten und Nüssen befüllt wird. In Großteilen Bayerns kommt der Nikolaus bereits am Abend des 5. Dezember und besucht mit seinem Gehilfen Krampus die Familien. Alle Kinder, die das Jahr über brav waren, werden mit Geschenken und Süßigkeiten belohnt, für die sie sich dem Brauch nach mit einem Gedicht oder einem Nikolauslied bedanken. Die Kinder, die nicht artig waren, werden dagegen vom Krampus bestraft.

Bei einem Bummel durch die romantische Füssener Altstadt, sollte man sich die schöne Krippkirche St. Nikolaus anschauen. Danach kann man sich in den gemütlichen Cafés und Restaurants in der Fußgängerzone auf Kaffee und Kuchen sowie allerlei Allgäuer Leckereien freuen. Wer möchte, kann in der Altstadt natürlich auch noch weitere historische Kirchen erkunden. Sehr sehenswert ist vor allem die prächtige Basilika des Benedektinerklosters St. Mang, das in diesem Artikel ja schon häufiger erwähnt wurde. Lohnenswert ist auch die Besichtigung der Heilig-Geist-Spitalkirche, deren farbenfrohe Rokokofassade einem bereits von Weitem beeindruckt. Bei der Innengestaltung des Gotteshauses wurde immer wieder Bezug auf den Heiligen Geist, den Kirchenpatron, genommen. Ebenfalls schön ist die kleine Kirche St. Stephan, die zum Franziskanerkloster gehört. Wer um ihren Chor herumgeht, erreicht das offizielle Ende der Romantischen Straße, der wohl bekanntesten Ferienstraße Deutschlands.

Die Krippkirche St. Nikolaus und die anderen historischen Kirchen sind ein wesentlicher Bestandteil des Füssener Stadtbildes. Sie zeugen von der langen Geschichte der Stadt am Lech und dem tief verwurzelten Glauben im Allgäu. Außerdem sind sie beeindruckende Kunststätten, deren Besuch sich für jeden Kunst- und Kulturfreund lohnt.

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