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Kunst-Schauplätze und Galerien in Füssen

St. Mang in Füssen
St. Mang in Füssen

Kunstliebhaber und Kulturinteressierte finden rund um Füssen im Allgäu einige sehr interessante Kunst-Schauplätze und Galerien. Prachtvollen Barock, den ältesten bayerischen Totentanz, eine historische Sammlung Lauten und Geigen, zahlreiche Gemälde und viele wertvolle Exponate der Wittelsbacher Adelsdynastie – die Museen und Ausstellungen in und um Füssen haben viel zu bieten.

Museum der Stadt Füssen im Kloster St. Mang

Auf jeden Fall gesehen haben sollte man das Museum der Stadt Füssen, das in den barocken Prachträumen des ehemaligen Benedektinerklosters St. Mang untergebracht ist. Das Kloster steht direkt am Hochufer des Lechs und wurde im 9. Jahrhundert als Eigenkloster der Bischöfe von Augsburg an der Stelle gegründet, an der der heilige Magnus ein Jahrhundert zuvor eine Mönchszelle errichtet hatte. Der Architekt Johann Jakob Herkomer baute die unregelmäßig gewachsene Klosteranlage im 18. Jahrhundert zu einem symmetrisch angeordneten, mächtigen Barockkloster um. Der Benedektinerorden wollte mit dem Prachtbau alle Kunstfreunde beeindrucken und seine herausragende Stellung als Zentrum des Glaubenslebens in Füssen und der gesamten Region unterstreichen. Das Prunkstück der Klosteranlage stellt der wunderschön stuckierte und freskierte Festssaal dar, der auch Kaisersaal genannt wird. Er wurde als Mittelpunkt des gesamten Klosters konzipiert und beeindruckt insbesondere durch seine großartigen Deckenfresken, welche den Gegensatz von Kirche und Welt sowie die herausragende Rolle des Benedektinerordens in der Kirchengeschichte veranschaulichen. Inmitten dieses erhabenen, edlen Ambientes finden heutzutage oft romantische Trauungen statt. Außerdem werden im Kaisersaal jedes Jahr zwischen Juni und September die traditionellen Kaisersaal-Konzerte veranstaltet, die ein absoluter Höhepunkt für alle Musik- und Kulturfreunde sind. Sehenswert ist auch die außergewöhnliche Klosterbibliothek, die ein hohes Kuppeldach besitzt und ein ovales Loch in der Mitte hat, von dem aus man in das Refektorium, den Speisesaal der Mönche, herabblicken kann. Architektonisch sollte so die Einheit von geistiger und körperlicher Nahrung dargestellt werden.

Inmitten der prunkvoll ausgestatteten Räumlichkeiten des Klosters St. Mang, die den ehemaligen Reichtum des Benedektinerordens erahnen lassen, zeigt das Museum der Stadt Füssen einige sehr interessante Ausstellungen. Ein Highlight ist zweifelsohne die wertvolle Sammlung historischer Lauten und Geigen, die man hier besichtigen kann. Sie erinnern daran, dass Füssen die Wiege des europäischen Lautenbaus ist. Im Jahre 1562 wurde in der Allgäuer Stadt die erste Lautenmacherzunft Europas gegründet. Das Füssen eine so herausragende Stellung im Musikinstrumentenbau einnehmen konnte, lag zu einem am Vorhandensein der benötigten Rohstoffe durch das Holz der Bergwälder in der Region und zum anderen an der zentralen Lage der Stadt, direkt an der wichtigen ehemaligen Römerstraße Via Claudia Augusta. Ein weiterer Höhepunkt des Museums ist der älteste erhaltene Totentanz in Bayern, den man in der barocken Annakapelle bestaunen kann. Er veranschaulicht den Gegensatz von Lebenslust und Todesangst, und zählt heute zu den bedeutendsten Monumental-Totentänzen in Europa. Des Weiteren kann man im Museum viel über die lange und ereignisreiche Stadtgeschichte Füssens erfahren. Sehr interessant ist auch noch eine Abteilung, die sich dem Schlossbauprojekt „Falkenstein“ widmet. König Ludwig II., der Schloss Neuschwanstein erbauen ließ, erwarb einige Jahre vor seinem Tod die Burgruine Falkenstein und plante sie im Stil Neuschwansteins zu einem weiteren Prachtschloss umbauen zu lassen. Die Pläne dafür waren schon sehr konkret, als der Monarch 1886 starb und die Realisierung des Projekts damit verhindert wurde. Das Museum zeigt anhand einer Computer-Animation, wie das Schloss Falkenstein hätte aussehen können.

Das Hohe Schloss mit der Staatsgalerie und der Städtischen Galerie

Das gotische Hohe Schloss steht auf einem Hügel über der Füssener Altstadt. Es gehört zu den bedeutendsten Profanbauten der deutschen Spätgotik und war einst die Sommerresidenz der Augsburger Fürstbischöfe. Schon von außen ist das Bauwerk dank seiner prächtigen Architektur- und Illusionsmalereien höchst beeindruckend. Sehenswert sind auch die Türme und die Innenräume, wie allen voran der Rittersaal mit seiner kunstvoll geschnitzten Kassettendecke, den Reliefs der Muttergottes und verschiedener Heiliger sowie den seltenen schönen Glasgemälden. Auch die zwei sogenannten „Franzosenzimmer“ mit ihren spätgotischen Holzdecken sollte man sich anschauen. Im Torturm des Schlosses geht es hoch hinauf bis in den sechsten Stock, von wo aus man eine grandiose Aussicht auf die Füssener Altstadt genießen kann.

Das Hohe Schloss beherbergt eine Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die einen hervorragenden Überblick über die Kunst im Allgäu während des 15. und 16. Jahrhunderts ermöglicht. Hier findet man spätgotische Tafelbilder, Allgäuer Skulpturen und zahlreiche Gemälde wie das Bild „Salvator Mundi“, das die Filialgalerie eröffnet, oder das Stifterbild des Füssener Abtes Hieronymus Alber, welches das mittelalterliche Füssen zeigt. Das Leben des heiligen Magnus wird hier ebenfalls auf fünf Tafeln nacherzählt. Außerdem ist im Hohen Schloss die Städtische Gemäldegalerie zu finden, die vorrangig Kunstwerke aus dem 19. Jahrhundert von Malern aus der Region ausstellt. Sehenswert sind die Gemälde von Franz Graf von Pocci, einem Münchner Spätromantiker der am Hofe von König Ludwig II. tätig war. In der Ausstellung mit Bildern der „Münchner Malerschule“ stechen insbesondere das Gemälde „Die Wache“ von Carl Spitzweg sowie einige sehr schöne Landschaftsbilder hervor. Ein Highlight der Städtischen Gemäldegalerie ist das Monumentalgemälde „Prozession in Leukerbad“ von Oskar Freiwirth-Lützow.

Das Museum der Bayerischen Könige in Schwangau

In Schwangau, direkt am Ufer des Alpsees und in unmittelbarer Nähe der Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau, steht seit Ende 2011 das Museum der Bayerischen Könige. Es vermittelt auf moderne und unterhaltsame Weise Einblicke in die Geschichte der Wittelsbacher Adelsdynastie, mit Schwerpunkt auf König Ludwig II. und seinem Vater Maximilian II. Auf insgesamt 1200 Quadratmetern werden Besuchern des Museums zahlreiche Highlights geboten, wie raumgreifende Inszenierungen, ein begehbarer Stammbaum, der prächtige Saal der Könige und viele wertvolle Original-Exponate, unter anderem ein Mantel von Ludwig II. und das 328-teilige Tafelservice des letzten bayerischen Königspaares. Modernste, interaktive Technik wird hier eingesetzt, um die wechselvolle Geschichte einer der wichtigsten europäischen Herrscherdynastien näher zu beleuchten. Ein Besuch im Museum der Bayerischen Könige stellt die perfekte Ergänzung zur Besichtigung der Königsschlösser dar. Zwischendurch laden ein gemütliches Cafe und ein Restaurant dazu ein, sich bei Kaffee und Kuchen oder Allgäuer Leckereien zu stärken. Andenken rund um die Schlösser und den Märchenkönig gibt es im Museumsshop. Das Museum der Bayerischen Könige zählt zu den schönsten und modernsten Museen in ganz Deutschland. Kunst- und Kulturliebhaber sowie Fans von König Ludwig und seinen Schlössern kommen hier voll auf ihre Kosten.

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